Unterschiedliche Techniken können bei Netzsperren zum Einsatz kommen: DNS -Filter, die ein Aufrufen gesperrter Websites verhindern sollen, indem sie die Einträge im „Telefonbuch“ des WWW entfernen, haben sich als wenig tauglich erwiesen - selbst von technischen Laien sind sie anhand einer Anleitung leicht zu umgehen. Effektiver, aber häufig intransparent, ist eine Lösung per Proxy , wie etwa Großbritannien sie anwendet: Hier leiten Provider die Aufrufe einer Website, sofern sich diese auf einer Sperrliste befindet, an eine Zwischenstation weiter, an der dann entschieden wird, ob dem Surfer der Aufruf einer bestimmten Seite verwehrt wird. Ist dies der Fall, erscheint bei dem Nutzer nur eine Fehlermeldung. Eine Begründung oder Beschwerdestelle für den Fall eines Irrtums wird - anders als beispielsweise in Norwegen - nicht angezeigt.
Zahlreiche Kritiker wenden ein, dass solch ein System zwar den Zugang zu Nazi-Propaganda und Kinderpornografie zumindest erschweren könne, jedoch als einsatzbereite „Zensur-Infrastruktur“ schnell weitere Begehrlichkeiten wecke. Zwar betont Familienministerin von der Leyen , die im Zuge des vermutlich noch 2009 in Kraft tretenden Zugangserschwerungsgesetzes durch das Bundeskriminalamt zu führende Sperrliste bezöge sich ausschließlich auf Kinderpornografie. Tatsächlich werden Netzsperren jedoch derzeit auch im Zusammenhang mit der Durchsetzung des staatlichen Glücksspielmonopols und der Bekämpfung von Urheberrechtsverletzungen im Internet diskutiert. Seit dem Amoklauf von Winnenden stehen auch die schon sprichwörtlichen „Bombenbauanleitungen“ und „Killerspiele “ wieder auf den Wunschlisten einiger Sperrbefürworter.
Mehrere Organisationen, die sich gegen eine Online-Zensur einsetzen, riefen zu einer „Protestkundgebung gegen Internetsperren in einer freien Gesellschaft“ auf, darunter der FoeBuD , der AK Vorratsdatenspeicherung und der Chaos Computer Club .
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