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DER SPIEGEL 27/2005 vom 04.07.2005, Seite 70

BMW

Pannen bei Motorradbremsen

Motorradhersteller BMW hat offenbar erhebliche Probleme mit seinen Bremssystemen. Das sogenannte Integral-ABS verstärkt die Bremskraft elektrisch und soll ein Blockieren der Räder verhindern. Mit diesem System sind schon über 200 000 Maschinen der schweren Baureihen ausgestattet. Nachdem bei Sicherheitslehrgängen des ADAC zwei Teilnehmer mit ihren BMW-Maschinen gestürzt waren, forderte der Verband eine Erklärung. BMW beteuert, das Bremstraining stelle eine "Sondersituation" dar, denn die mehrfachen Vollbremsungen führten zu "extrem hohem Strombedarf". Die Batterie werde überlastet, Bremskraftverstärkung und ABS-Funktion fielen in der Folge aus. Mehr als 20 Fahrer haben nach Auskunft des Herstellers bisher Probleme mit der Bremsanlage beklagt. So berichtet ein Mainzer Fahrlehrer, auch bei seinem BMW-Motorrad seien plötzlich Bremskraftverstärkung und ABS ausgefallen. Im ersten Moment erscheine die Bremse total defekt. Sie reagiere erst auf sehr starken Hebeldruck und sei nur schwer dosierbar. Ein anderer BMW-Kunde zeigte den Hersteller nach einer ähnlichen Erfahrung an. Die Münchner Staatsanwaltschaft nahm Ermittlungen auf. Der Kläger verweist auf eine interne E-Mail, in der sich Robert Kahlenberg, Leiter der Qualitätssicherung bei BMW Motorrad, über den "unbefriedigenden Zustand der Komplexität unseres Bremssystems" beschwert. Einfach sei das Problem kaum zu lösen. "Eine Fehlerfreiheit der gesamten Produktion ist nicht sicherstellbar. Das System ist in seinen Auswirkungen und Rückfallebenen ungenügend konzipiert", schreibt Kahlenberg.

DER SPIEGEL 27/2005
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