Es blüht eine Rose für jeden Moment, in dem ich letzte Nacht an dich gedacht habe", haucht Darsteller Patrick Dempsey seiner Angebeteten Reese Witherspoon in der Liebeskomödie "Sweet Home Alabama - Liebe auf Umwegen" (2002) auf den Anrufbeantworter. Derlei kitschige Liebesschwüre betören das Publikum - alarmieren jedoch die Wissenschaft. Psychologen der Heriot-Watt University im schottischen Edinburgh haben 40 in Hollywood produzierte Liebesfilme aus dem Zeitraum von 1995 bis 2005 untersucht und kommen zu einem besorgniserregenden Befund: Die zeitgemäße Darstellung ineinander verknallter Paare habe - dem Unterhaltungswert zum Trotz - mit einer realistischen Zweierbeziehung wenig gemein. Nicht selten überraschten sich die Liebenden auf der Leinwand etwa schon nach einer Woche mit einem Heiratsantrag. Auch das andere Extrem ist in Hollywood-Werken häufig vertreten: Schon nach dem ersten Zank werfen etliche Pärchen die Brocken wieder hin. Frauen und Männer seien in Gefahr, solch ein Verhalten für die Norm zu halten, warnen Kimberly Johnson und Bjarne Holmes. Enttäuschungen seien programmiert, wenn die im Drehbuch aufgetakelten Romanzen als Maßstab für privates Liebesglück herhielten.