Wie lernen Kinder am leichtesten den Umgang mit Zahlen und anderen schwer begreiflichen Dingen? Die meisten Pädagogen sind überzeugt, der Stoff müsse möglichst anschaulich und konkret präsentiert werden. Zahlen zum Beispiel erscheinen deshalb in Büchern, Lehrvideos und Übungsprogrammen für den Computer gern mit sprechenden Gesichtern oder als tanzende Figürchen. Nun zeigt sich, dass wohl eher das Gegenteil richtig ist: Die Schüler tun sich leichter, wenn sie mit schlichten, abstrakten Symbolen umgehen dürfen. Das ergab ein Vergleichstest von US-Forschern an der Ohio State University in Columbus. Sie unterrichteten junge Studenten in einem fiktiven Wissensgebiet; dort galten Regeln wie "Stern plus Schneeflocke ergibt Tropfen". Die Lernmittel reichten von nüchternen Symbolen bis hin zu realistischen Fotografien. Stets lernten die Probanden besser, wenn sie mit Symbolen hantierten. Auch die Übertragung des Gelernten auf verwandte Gebiete gelang dann besser. Der Detailreichtum der konkreten Bilder, so die Forscher, schien die Lernenden eher zu verwirren und vom Gemeinten abzulenken.