Charles Thomas Payne , 84, Großonkel des US-Präsidenten Barack Obama, hat den Ostdeutschen mit seinen Geschichten aus dem Zweiten Weltkrieg einen Staatsbesuch beschert. Payne hatte als Mitglied der 89. Infanterie-Division der US-Armee Anfang April 1945 als einer der Ersten das Zwangsarbeiterlager S III im thüringischen Ohrdruf betreten, das als Außenstelle des KZ Buchenwald firmierte. Später erzählte er Obama von seinen Erlebnissen. Der Präsident verkündet stolz, die Truppe seines Verwandten hätte das Lager befreit. Historische Quellen sprechen von einer kampflosen Übernahme. Payne selbst gibt sich bescheiden: "Ich habe keine heroische Geschichte zu erzählen. Ich war einfach dort." Trotzdem gilt die vermeintliche Heldentat von "Uncle Charlie" als Hauptgrund für die im Juni geplante Reise nach Ostdeutschland, die Obama nach Buchenwald, Weimar und Dresden führen soll. Außerdem bemüht sich Kanzlerin Angela Merkel den Amerikaner für den 9. November nach Berlin einzuladen. Dann plant die Bundesregierung eine große Feier zum 20. Jahrestag des Mauerfalls, zu der zahlreiche Staats- und Regierungschefs erwartet werden.